Bionade vs. Britpop-Sampler

Gerade nutze ich die freie Zeit um meine gesammelten Musikalben zuerst auf den Mac und dann auf den iPod zu ziehen. Dabei stoße ich immer wieder auf längst verschollen geglaubte Leckerbissen. Einen solchen hielt ich gerade in meinen Händen - dabei geht es mir aber nicht so sehr um den musikalischen Inhalt, sondern um das CD Cover, das mich schmunzeln ließ. Ein Britpop-Sampler aus dem Jahr 1996 brachte erstaunliches ans Tageslicht.

“Sensation!”, schrie das skandalsüchtige Kind in mir - hat sich Bionade beim Entwerfen des Logos etwa von einem Britpop-Sampler inspirieren lassen? Oder spielt er doch eher (ungewollt), wie der Sampler, auf die Mods (Jugendbewegung der 1960er Jahre) an?

What a great Story!

Heute betrat ich, nicht weil ich explizit auf Bücherschau war, sondern weil sich der Laden direkt gegenüber meiner nächstgelegenen Post befindet und ich da schon immer mal reingehen wollte, eine wunderbare Buchhandlung. Wobei der Begriff Buchhandlung eigentlich nicht wirklich angemessen scheint. Buchhandlung klingt nach vollen, dick mit Staub behangenen Regalen, keinen Postkartenständern weit und breit. Auch reizvoll, aber eben jener Laden names Stories! im neuen, kühlen und kahlen Falkenried Areal in Hoheluft gelegen, weckte sofort meine Begierde nach neuen Büchern. Nicht eng an eng kuscheln dort die Buchrücken, sondern zeigen sich mit voller Brust.

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Bochum, ich komm’ wieder!

Wer zum allerersten Mal nach Bochum fährt und sich über die Stadt informieren möchte, sollte zuerst besser nicht die stadteigene Homepage ansteuern. Altbacken und langweilig kommt Bochum dort daher - dabei schmückt sich die Stadt doch bereits heute mit dem Titel Ruhr 2010 und verspricht ein Feuerwerk kultureller Art.

Als ich vor ein paar Wochen zum ersten Mal nicht nur mit dem Auto das Ruhrgebiet streifte, sondern tatsächlich auch die Füße auf den Boden setzte, staunte ich nicht schlecht. Im Herzen Bochums ragte vor strahlend blauem Himmel das grün schimmernde Fördergerüst einer ehemaligen Dortmunder Zeche empor. Für das Deutsche Bergbau-Museum blieb aber leider keine Zeit. Weiter ging’s zum Bermudadreieck, wo ich mir in einem Ramschladen fast ein paar Engelsflügel gekauft hätte und deren Nichtbesitz ich bis heute bereue.

Das Highlight des Bermudadreiecks war schnell gefunden. In einer eher unscheinbaren Blockhütte, dem Dönninghaus, aß ich eine der besten Currywürste, die jemals den Weg in meinen Magen fand. Mittagszeit, der Andrang war ordentlich und so fiel beim Warten mein Blick auf die Dekoration. (more…)

Eine bunte Tüte, bitte!

Ein typischer Herbsttag in Hamburg. Die Wolken hingen tief, der Michel hüllte sich in eine graue Decke und ich saß am Wochenanfang mit einer fetten Erkältung im Büro und brauchte dringend etwas Farbe um mich herum. Eine bunte Tüte sollte meine Laune am Nachmittag deutlich aufheitern. In der Susannenstraße entdeckte ich einen sehr gut sortierten Kiosk mit geschätzten 20 Sorten Süßigkeiten in bauchigen Gläsern.

Die Lieblingswahl meiner Kindheit, kleine Lakritztaler, suchte ich dort zwar vergeblich, jedoch sprangen Frösche, Mäuse, Vampire und Lakritzbrezeln zielsicher in die Papiertüte. Meine erste bunte Tüte bekam ich als Kind im Tante-Emma-Laden “Pröhl” über den Tresen gereicht. Dort wandelte ich mein Taschengeld gerne in Lakritzschnecken um und hatte die kleine Tüte auf dem Nachhauseweg stets aufgegessen. Oft kam die bunte Tüte zu mir, wenn ich durch schulische Leistungen glänzen konnte (was in der Grundschule noch vorkam) oder ich durch ein Brennnesselfeld gelaufen war und mich über die Schmerzen hinwegtrösten wollte. Heute funktionieren Süßigkeiten zwar nicht mehr als Trostspender, meine erste bunte Tüte dieses Jahres kam aber an dieses Gefühl ganz nah heran.

Wellness für den besten Freund

Neulich betrat ich zum ersten und zum letzten Mal einen Supermarkt für Tiernahrung - den Fressnapf in Hamburg-Lokstedt. Objekt der Begierde war ein Beutel Stroh. Das Stroh war schnell gefunden und als ich schließlich an der Kasse stand und über die Berge von Katzenfutter staunte, die eine Frau auf das Band schichtete, drehte ich mich zu einem Regal um und sah es - Mineralwasser für Hunde.

Zu einer Flasche Wurstwasser, dem der zarte Saitling gerade entstiegen ist, hätte ich sicher mit Begeisterung gegriffen.

Samstag, 10 Uhr in Hamburg

Ein Samstag in der Hamburger Innenstadt. Ich laufe die Mönckebergstraße entlang, bis ich an der ziemlich verstaubt anmutenden “HSH Nordbank Shopping Passage” vorbeikomme. Vor einigen Wochen hat dort der Laden “Brevik” seine Pforten geöffnet und seitdem für mächtig Aufsehen gesorgt. Grund genug, der Passage einen ersten Besuch abzustatten.

Von außen wirkt der Klamottenladen ziemlich normal, doch seine Waren sind ähnlich getönt wie das frisch gefallene Laub auf den Gehwegen momentan. Pullover, Jacken und Mützen der Marke Thor Steinar gehen dort täglich über den Tresen. Das Label Thor Steinar hat seine Wurzeln - wie suggeriert - nicht etwa in Norwegen, sondern im brandenburgischen Königs Wusterhausen und gilt aufgrund seiner aufgenähten oder -gedruckten Symbole als ein Erkennungszeichen in der rechtsextremen Szene. Nach Ansicht des brandenburgischen Verfassungsschutz nimmt die Marke “Bezug auf vorchristlichen Germanen-Kult und eine glorifizierende Sicht der Wehrmacht”.

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Rhabarber deluxe

Gerade in der Mittagspause bei Jims Burritos im Schulterblatt freudig im Kühlschrank entdeckt und gleich getestet. Die kleine Mosterei Lütauer aus der Nähe von Hamburg füllt jetzt nicht nur Apfelsaftschorle (auch gerne mal in lichten Beck`s Pfandflaschen), sondern auch Rhabarbergemisch ab.

Schön herb und säuerlich das Zeug - lecker!

Neulich in einem Kaff bei Nürnberg…

Im Juni fuhr ich für ein Wochenende nach Nürnberg. Das dachte ich zumindest. Zwar übernachtete ich in der Frankenmetropole und staunte über die vorhandene Louis-Vuitton-Filiale in Adolf Hitlers liebster Stadt, sprachlos machte mich aber folgender Fund in dem Straßendorf namens Katzwang, gefühlte 50 Kilometer südlich von Nürnberg. In dem Ort, dessen Sehenswürdigkeiten aus einer Radrennbahn, einer Tankstelle und einem als Tanzlokal getarnten Swingerclub bestehen, entdeckte ich in einem Vorgarten ein echtes Highlight deutschen Brauchtums.

“Der Storch da auf dem Baum,
erfüllt so manchen Kindertraum.
Doch kann er das nicht ganz allein,
drum lieber Wolfgang streng dich an,
dass die Melanie brüten kann.
Der Baum, der bleibt so lange stehn,
bis der Nachwuchs sich lässt sehn.
Legt ihr ihn schon früher um,
kommt ihr um eine Brotzeit und ein Fass Bier nicht herum.”

Tja, lieber Wolfgang, liebe Melanie, auf so viel Feingeist und Fingerspitzengefühl eurer Nachbarn kann wohl nur ein Umzug folgen.